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**Blogbeiträge**

Ein Blog von und für Zukunftsforscherinnen*

Unser neuer Blog eröffnet einen Raum für vielfältige Perspektiven von Frauen*, die Zukünfte denken, öffentlich erzählen und gestalten.


Zukunft ist kein Ort, sondern ein soziales Konstrukt, das in der Gegenwart durch Erzählungen entsteht. Zukunft wird in jedem Moment (neu) verhandelt – durch Sprache, Bilder, Machtverhältnisse und (kollektive) Imaginationen. Zukunftserzählungen sind also Ausdruck verschiedener sozialer, politischer und kultureller Perspektiven und damit auch unterschiedlicher Vorstellungen.

Zukunft ist ungewiss. Wir können sie nicht vorhersagen, verfügen aber über Werkzeuge, um mit dieser Ungewissheit umzugehen. Mit Zukünften befassen wir uns als Zukunftsforscherinnen* gerade deshalb, weil wir anerkennen, dass Zukunft offen und unbekannt ist und gerade darin so großes Potenzial liegt. Was als möglich, wahrscheinlich oder wünschenswert gilt, hängt jedoch auch davon ab, wer erzählt, wie erzählt wird und welche Perspektiven sichtbar oder unsichtbar bleiben.

Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, die in vielen Bereichen regressiv wirken, erscheint es dringlich, Frauen* zu stärken und auch in der Zukunftsforschung ihre Stimmen sichtbar zu machen. International wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Perspektiven von Frauen* auf Zukunft: Forschungsprojekte, Netzwerke und Publikationen – etwa Ivana Milojevics The Hesitant Feminist’s Guide to the Future oder die Initiative Women who futures zeigen, wie Frauen* weltweit an Zukünften arbeiten, diese kritisch befragen und neu erzählen.

Aus Sicht des Netzwerks Zukunftsforscherin* braucht es eine stärkere Sichtbarkeit von Zukunftsforscherinnen* im deutschsprachigen Raum. Mit dem Start eines Blogs schafft das Netzwerk einen digital-öffentlichen Raum für Auseinandersetzungen mit Zukünften und macht damit Perspektiven sichtbar. Frauen* in der Zukunftsforschung haben viele Stimmen, die im deutschsprachigen Raum häufig verstreut sind und sich in individuellen Projekten, Forschungskontexten, auf sozialen Plattformen oder auch in wissenschaftlichen Arbeiten zeigen. Unser Blog ist also auch als Ort der Bündelung zu verstehen, an dem Gedanken, Perspektiven und Erfahrungen von Zukunftsforscherinnen* zusammenfließen.

Zukünfte von Frauen*? Zukünfte feministisch erzählen?

Erzählen heißt für uns, Zukünfte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und theoretischen Rahmungen zu betrachten, sie konzeptuell zu erkunden und kritisch zu hinterfragen. Uns Zukunftsforscherinnen* verbindet der gemeinsame Bezug zur Zukunftsforschung und zugleich unsere individuellen Erfahrungen und Positionierungen als Frauen* in diesem Feld. Vielfältige Herangehensweisen sehen wir nicht als Widerspruch, sondern Ausdruck einer lebendigen Forschungspraxis.

Vor dem Start des Blogs haben wir als Netzwerk intensiv diskutiert: Was ist das Besondere an Zukunftserzählungen von Frauen*? Was verstehen wir unter feministischer Zukunftsforschung? Ist Zukunftsforschung von Frauen* im Kern auch immer feministisch, oder wird sie es erst durch bestimmte Perspektiven, Fragestellungen und Haltungen?

Unsere Texte, Gespräche oder künstlerische Beiträge sollen auf diesem Blog verschiedene Perspektiven auf Zukünfte explorieren, gemeinsam vielfältige Möglichkeitsräume denken und erzählen. Unsere Beiträge folgen keiner thematischen Einengung, sondern spiegeln die Breite der Ideen, Ansätze und Fragen unseres Netzwerks wider, um Frauen* als gestaltende und forschende Akteurinnen in der Zukunftsforschung sichtbarer zu machen.

Wie unser Blog funktioniert

Der Blog ist Teil der wachsenden Struktur des Netzwerks Zukunftsforscherin*. Alle Mitglieder sind eingeladen, ihre Erfahrungen, Analysen und Perspektiven einzubringen: von Projektberichten und theoretischen Reflexionen über studentische Arbeiten bis hin zu experimentellen Essays, Zwiegesprächen, Gedichten oder Comics.

Die Beiträge erscheinen in einem begleiteten Veröffentlichungsprozess. Wir stellen uns vor, dass Beiträge etwa alle fünf bis acht Wochen erscheinen werden. Eine wechselnde Lesegruppe gibt Feedback und achtet auf Sprache, Perspektivenvielfalt und Wirkung. Redaktionell wird der Blog von zwei Koordinatorinnen aus dem Netzwerk betreut, um Qualität, Zugänglichkeit und Offenheit gleichermaßen zu sichern.

Unser Blog ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein dynamischer Prozess. Er wächst mit jeder Stimme, die sich beteiligt, mit jeder Frage, die gestellt wird und mit jeder Resonanz, die entsteht – innerhalb des Netzwerks und darüber hinaus. Er versteht sich als Brücke zwischen Theorie und Praxis der Zukunftsforschung, zwischen Forschung, Erwerbs- und Alltagsleben, zwischen eigenem Anspruch und pluraler Wirklichkeit. Der Blog möchte zum Schreiben, Lesen, Widersprechen und Weiterdenken einladen.

Wer hinter dem Blog steht

Die Blogkoordination liegt derzeit bei Franziska Schönfeld und Maren Eickhoff, die Redaktion, Lesegruppe und Veröffentlichungsprozesse begleiten. Der Blog ist getragen von engagierten Netzwerkmitgliedern, die schreiben, lesen, kommentieren, stärken.

Mehr über das Netzwerk Zukunftsforscherin*

Du forschst, schreibst, gestaltest oder beobachtest Zukünfte?

Dann bring deine Perspektive ein! Unser Blog ist offen für Beiträge von Netzwerkmitgliedern. Als Mitglied kannst du uns eine E-Mail an blog@zukunftsforscherin.de senden. Möchtest du dich für eine Mitgliedschaft bei uns vorschlagen melde dich hier: Mitmachen. Dieser Beitrag wurde verfasst von Maren Eickhoff unter redaktioneller Mitarbeit von Franziska Schönfeld und Anna Böddeker.